Laut den Vereinten Nationen wirkt sich der Klimawandel negativ auf die Menschenrechte aus, darunter das Recht auf Leben, Gesundheit, Nahrung, sauberes Wasser, Wohnraum sowie das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt.

Ein sicherer Lebensraum als grundlegendes Menschenrecht

Lange Zeit galt der Umweltschutz lediglich als ein Preis, den man für das Wirtschaftswachstum zahlen muss, oder als eine unvermeidliche Nebenaufgabe der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Realität – von der Luftverschmutzung in Großstädten über Dürren und das Eindringen von Salzwasser im Mekong-Delta bis hin zu Erdrutschen in den nördlichen Bergregionen – hat jedoch bewiesen: Umwelt- und Klimaschäden wirken sich am schnellsten und tiefgreifendsten auf die Gesundheit, das Leben und die Existenzgrundlagen der Menschen aus.

Auf der jüngsten Landeskonferenz zur Umsetzung der Beschlüsse der 3. ZK-Sitzung betont Vizepremierminister Pham Gia Tuc:

„Die Anpassung an den Klimawandel ist eine äußerst wichtige Aufgabe, die direkt mit den Existenzgrundlagen der Bevölkerung und der nachhaltigen Entwicklung verknüpft ist. Sie ist die Verantwortung und Pflicht des gesamten politischen Systems, der Organisationen, Unternehmen, lokalen Gemeinschaften und jedes einzelnen Bürgers. Der Mensch und die Lebensqualität der Bevölkerung müssen im Mittelpunkt aller Entwicklungsentscheidungen stehen.“

Die Weltbank hat davor gewarnt, dass der Klimawandel die Wachstumsfortschritte eines Jahrzehnts zunichtemachen und über eine Million Menschen in Vietnam wieder in die Armut stürzen könnte. Die extremen Stürme und Überschwemmungen im vergangenen Jahr haben wirtschaftliche Verluste in Höhe von Hunderten Millionen US-Dollar verursacht und das Leben von zahlreichen Menschen gefordert.

Die Forderung der Schlussfolgerung Nr. 75, jährlich mindestens zwei Prozent der gesamten Haushaltsausgaben für den Umweltschutz bereitzustellen, große Emissionsquellen zu kontrollieren und die Luftverschmutzung in Städten zu bekämpfen, ist nicht nur eine technische Aufgabe, sondern ein Akt zum Schutz des legitimen Rechts der Bürger auf Gesundheit.

Schutz der Existenzgrundlagen und eine gerechte Transformation

Die benachteiligsten Menschengruppen – ethnische Minderheiten in den Bergregionen, Küstenbewohner und die städtischen Armen – sind am stärksten von Stürmen, Überschwemmungen, Erdrutschen und Flutwellen betroffen.

In der vergangenen Zeit wurden bereits zehntausende Haushalte aus Gefahrengebieten evakuiert. Hunderttausende Hektar Reisanbaufläche wurden auf das Reis-Garnelen-Modell oder auf angepasste Landwirtschaft umgestellt, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

Darüber hinaus steht Vietnam angesichts seiner Verpflichtung, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, vor der Herausforderung einer gerechten Transformation. Der Übergang zu einer grünen Wirtschaft und Kreislaufwirtschaft wird die Beschäftigungsstruktur verändern. Die in der Schlussfolgerung erwähnten Lösungen wie Ausbildungsprogramme, berufliche Umschulungen und die Unterstützung von Existenzgrundlagen in der grünen Transformation sind die Verpflichtung Vietnams, keinen Arbeitnehmer zurückzulassen. Dao Xuan Lai, Experte für nachhaltige Entwicklung, Energiewende und Umweltschutz bewertet:

„Vietnam hat sich verpflichtet, die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. In Vietnam dient der Umweltschutz nicht nur der wirtschaftlichen Entwicklung und der Bewältigung des Klimawandels, sondern er fördert auch eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in der Zukunft.“

Die Klimakrise bedroht grundlegende Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Leben. Die Schlussfolgerung Nr. 75 hat einen umfassenden politischen Rahmen mit Vision bis 2045 geschaffen. Sie stellt die Gewährleistung der Menschenrechte ins Zentrum aller Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels.