Das Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der EFTA ist ein Meilenstein in den Bemühungen Vietnams, sein Netzwerk der Freihandelsabkommen (FTA) auszuweiten. Damit steigt die Zahl der von Vietnam unterzeichneten FTAs mit Partnerländern auf 18 und schafft zugleich eine umfassende Verbindung zwischen Vietnam und Europa.
Neuer Meilenstein in Vietnam-EFTA-Handelsbeziehungen
Im Kontext des instabilen globalen Handels eröffnet die Unterzeichnung des Abkommens zwischen Vietnam und der EFTA nicht nur neue Perspektiven für die Intensivierung des Handelsaustausches. Sie stellt auch das Engagement aller Seiten für die Stärkung wirtschaftlicher Beziehungen auf der Grundlage gemeinsamer Regeln und Verpflichtungen dar.
Für Vietnam ist dies ein Fortschritt bei der Ausweitung seiner Beziehungen zu europäischen Partnern. Für die EFTA wiederum bietet das Abkommen weitere Möglichkeiten zur Diversifizierung ihrer Partner und zur Stärkung ihrer Präsenz auf einem dynamischen Markt in Südostasien.
Daher sollte die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Seiten auf ein neues Niveau durch den erweiterten Marktzugang sowie die Förderung von Handel und Investitionen heben, betont der Vizeminister für Industrie und Handel Luong Hoang Thai:
„Das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam wurde im Kontext der zunehmend verstärkten Kooperation beider Seiten unterzeichnet. Im internationalen Handel gibt es derzeit viele Entwicklungen und Herausforderungen. Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam auf dem Fundament eines regelbasierten Handels und eines offenen internationalen Systems stehen, um Handel und Investitionen nicht nur für die kommenden Jahre, sondern auch für zukünftige Generationen zu fördern.“
Seitens der EFTA-Partner betonten der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin und die Staatssekretärin im norwegischen Außenministerium Astrid Bergmål:
„Dies ist ein äußerst wichtiges Abkommen im Kontext einer sich verändernden globalen Geopolitik. Es hilft den EFTA-Mitgliedstaaten, besonders der Schweiz, ihre Beziehungen zu diversifizieren und neue Partner weltweit zu gewinnen. Für Vietnam schafft das Abkommen ebenfalls die Voraussetzungen, um die Beziehungen zu den EFTA-Mitgliedstaaten zu stärken.“
„Das neue Freihandelsabkommen wird Unternehmen sowohl in Vietnam als auch in Norwegen praktische Vorteile bringen. Es ist zudem für die Ergänzung der grünen Partnerschaften zwischen Norwegen und Vietnam von großer Bedeutung. Ich bin zuversichtlich, dass dies der Ausgangspunkt für viele neue Chancen für norwegische Unternehmen in Vietnam sein kann.“
Erweiterung des Spielraums für Zusammenarbeit
In den vergangenen Jahren hat sich die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Vietnam und den EFTA-Staaten positiv entwickelt. Das bilaterale Handelsvolumen erreicht jährlich durchschnittlich fast zwei Milliarden US-Dollar. EFTA-Investoren sind bereits in zahlreichen Bereichen wie Industrie, Lebensmittel, Pharmazeutika, Energie und Technologie präsent. Sie zeigen zugleich großes Interesse an Projekten in Innovation, Hochtechnologie, Logistik und Feinmechanik.
Das Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der EFTA umfasst ein umfassendes Spektrum an Verpflichtungen. Betroffen sind unter anderem Warenhandel, Zölle, technische Handelshemmnisse, handelspolitische Schutzmaßnahmen, Dienstleistungen, Investitionen, geistiges Eigentum, Wettbewerb, kleine und mittlere Unternehmen, Streitbeilegung sowie Handel und nachhaltige Entwicklung. Dazu Ashild Nakken, Regionaldirektorin für Südostasien im norwegischen Fischereirat:
„Ich hoffe, dass das neue Freihandelsabkommen die Kooperation, den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit im Bereich Fischerei fördern wird. Ich hoffe, dass norwegische Fischereiunternehmen in Zukunft mit lokalen Partnern zusammenarbeiten können, um Verarbeitungsbetriebe in Vietnam zu errichten. Dadurch werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und neue Entwicklungschancen für lokale Bewohner eröffnet.“
Das Abkommen zwischen Vietnam und der EFTA eröffnet einen weiteren Kooperationsrahmen zwischen Vietnam und den europäischen Volkswirtschaften, die über Stärken in Technologie, Innovation und Produktqualität verfügen. Die Möglichkeit zur Umsetzung von Verpflichtungen aus dem Abkommen in praktische Vorteile hängt von der Initiative der Unternehmen beider Seiten ab, darunter bei der Suche nach Partnern, der Erfüllung von Marktanforderungen und der Entwicklung langfristig wertvoller Kooperationsformen.
