Auf Grundlage der tatsächlichen Entwicklung des ersten Quartals können Chancen, Herausforderungen und notwendige Bedingungen zur Förderung des Wirtschaftswachstums in den folgenden Quartalen klar identifiziert werden.

Wirtschaftliches Bild mit vielen positiven Aspekten

Angesichts der anhaltenden geopolitischen Konflikte und der schwankenden Energiepreise beweist die Aufrechterhaltung einer Wachstumsrate von fast acht Prozent im ersten Quartal 2026 die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der vietnamesischen Wirtschaft. Exporte, Inlandsverbrauch, öffentliche Investitionen und ausländische Direktinvestitionen (FDI) blieben auch im ersten Quartal 2026 die Wachstumstreiber. Die gestiegene Verbrauchernachfrage und die Zunahme internationaler Besucher in Vietnam haben ebenfalls zum Wachstum des Handels- und Dienstleistungssektors beigetragen.

Insgesamt zeigten die Wirtschaftsergebnisse im ersten Quartal 2026, dass Vietnam einen relativ soliden Start hingelegt hat. Dies ist eine wichtige Grundlage, reicht aber nicht aus, um ein zweistelliges Wachstum zu garantieren. Um das Jahresziel zu erreichen, müssen in den verbleibenden Quartalen deutlich höhere Wachstumsraten, sogar über zehn Prozent, erzielt werden. Dies erfordert die Verbesserung bestehender Wachstumstreiber und die Erschließung neuer Möglichkeiten. Dies sind die Prioritäten, die der neue Premierminister Le Minh Hung in seiner Antrittsrede am Dienstag genannt hat.

„Das Ziel, im Zeitraum 2026-2031 ein durchschnittliche BIP-Wachstum von über zehn Prozent pro Jahr zu erreichen, ist eine unabdingbare Notwendigkeit, um die strategischen Ziele des Landes zu verwirklichen. Die Regierung betrachtet die Entwicklung von Wissenschaft und Technologie sowie Innovation und nationale digitale Transformation als einen führenden wichtigen Durchbruch. Dies ist auch die Haupttriebkraft für die rasante Entwicklung moderner Produktivkräfte, die Verbesserung der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit sowie die strategische Autonomie und die Schaffung neuer Wachstumstreiber.“

Wachstumsziele verwirklichen

Um diese Ziele zu erreichen, konzentriert sich Vietnam derzeit darauf, die Institutionen zu vervollkommnen, die strategische Infrastruktur auszubauen sowie Innovationen, die digitale Transformation, die grüne Transformation und die Verbesserung der Qualität seiner Humanressourcen zu fördern. Doktor Vu Thanh Huong an der Nationaluniversität Hanoi, sagt:

„Die Eigenständigkeit in der Produktionskapazität und die Entwicklung von Zulieferindustrien sind äußerst wichtig. Es ist außerdem notwendig, den Einsatz von Technologie und Innovation in der Produktion zu fördern. Dies trägt dazu bei, den Mehrwert der Produkte zu steigern. Dies wird dann zu höheren Gewinnen und höheren Einkommen für die Arbeitnehmer führen.“

Laut dem stellvertretenden Finanzminister, Cao Anh Tuan, ist im Kontext des zunehmend härteren globalen Wettbewerbs die innere Stärke der Unternehmen der entscheidende Faktor für die Dynamik der Wirtschaft.

Für die Verwirklichung eines zweistelligen Wachstumsziels sind das Wachstumstempo, der Wandel des Entwicklungsmodells und die Verbesserung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit erforderlich. Dies ist nicht nur eine wirtschaftliche Aufgabe, sondern eine strategische Mission, um das Land aus der Falle des mittleren Einkommens zu befreien und das Ziel zu erreichen, bis 2045 ein entwickeltes Land mit hohem Einkommen zu werden. Dabei müssen Unternehmen eine Vorreiterrolle übernehmen und Innovationen vorantreiben, um Vietnams Position in der Weltwirtschaft zu stärken.“

Die vietnamesische Wirtschaft startete mit positiven und zugleich herausfordernden Anzeichen in das erste Quartal 2026. Werden die Wachstumstreiber effektiv genutzt, das Geschäftsumfeld deutlich verbessert und die internen Kapazitäten ausgebaut, ist das zweistellige Wachstumsziel für dieses Jahr durchaus erreichbar.