Für viele internationale Besucher liegt der Reiz der Stadt in der gelungenen Verbindung von Moderne und Tradition sowie in der Mischung aus der dynamischen Energie einer Stadt, die niemals schläft, und der kulturellen Tiefe ihrer lokalen Identität. Die indische Touristin Shruti sagt:
„Der Hauptgrund für meinen Besuch ist das Essen. Ich habe Banh Mi oder Brötchen und vietnamesischen Kaffee probiert – beides war unglaublich lecker. Besonders das vegetarische Pilz-Brötchen hat mir gefallen. So ein saftiges und geschmackvolles Sandwich habe ich bisher noch nie gegessen.“

Auch die australische Touristin Lily Grace zeigt sich beeindruckt von der Stadt, ihren Geschichten und ihren Menschen.

„Wir wollten Vietnam schon lange besuchen. Als wir mehr über die Geschichte von Saigon, der heutigen Ho-Chi-Minh-Stadt, erfuhren, wurde unser Interesse noch größer. Am meisten beeindruckt haben mich die Menschen und die vietnamesische Kultur.“

Straßenküche, Kaffeehäuser, traditionelle Märkte, das Nachtleben und die Cu-Chi-Tunnel zählen zu den beliebtesten Attraktionen internationaler Besucher. Nach Angaben von Huynh Phan Phuong Hoang, stellvertretende Generaldirektorin von Vietravel, hat sich Ho-Chi-Minh-Stadt Anfang 2026 zunehmend von einem Transitknotenpunkt zu einem Erlebnisreiseziel entwickelt. Die Zahl der über Vietravel gebuchten internationalen Gäste verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr.
„Viele traditionelle Reiseziele leiden derzeit unter politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Reisende suchen daher verstärkt nach sicheren, gut erreichbaren Orten mit attraktiven Erlebnissen. Das eröffnet Ho-Chi-Minh-Stadt große Chancen. Dafür müssen jedoch Flugverbindungen ausgebaut, das Destinationsmarketing verstärkt und neue touristische Angebote entwickelt werden – etwa Nachttourismus, Shopping, Medizintourismus und regionale Vernetzung.“

Nach Angaben von Le Truong Hien Hoa, stellvertretender Direktor der Tourismusbehörde, gewinnen neben den klassischen Märkten in Nordost- und Südostasien auch Besucher aus dem Nahen Osten, Australien und Nordamerika an Bedeutung. Besonders gefragt seien Kultur- und Geschichtsstätten, Flusstourismus sowie die Nachtwirtschaft.
„Künftig wird sich die Tourismusbranche stärker auf Servicequalität und Wertschöpfung konzentrieren als auf reine Besucherzahlen. Unternehmen werden ermutigt, ihre Angebote zu erneuern und digitale Technologien einzusetzen. Gleichzeitig intensivieren wir die internationale Werbung in Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten und Australien.“

Mit günstigen Visa-Regelungen, der Förderung des MICE-Tourismus und einer besseren internationalen Anbindung will sich Ho-Chi-Minh-Stadt langfristig von einem Transitknotenpunkt zu einem führenden Reiseziel in Asien entwickeln.