„Ich bin jetzt alt, deshalb weiß ich nicht, wie man einen Livestream macht? Der Verkauf hier auf dem Markt kostet schon viel Zeit. Das sollen jetzt die jungen Leute machen, dafür muss man dynamischer sein.“
„Für uns Jüngere ist der Umgang mit der Technik sehr einfach. Aber für einige ältere Händler ist der Zugang viel schwieriger. Den ganzen Tag zu livestreamen – das schaffen viele einfach nicht.“
Die Meinungen der Händler auf dem Markt Ha Long 1 skizzieren teilweise das aktuelle Bild der digitalen Transformation auf traditionellen Märkten.
Ha Long 1 ist der größte Großhandelsmarkt in Ha Long. Seit 2022 wird hier das Modell „Markt 4.0“ umgesetzt. Jeder Händler erhält einen eigenen QR-Code, der alle Informationen über die Produkte, die Standplatzierung und Kontaktmöglichkeiten bereitstellt. Tran Thanh Trung, Direktor des Zentrums für digitale Transformation des Marktes Ha Long 1, erklärt:
„Derzeit bauen wir digitale Stände auf, die auf den realen Ständen der Händler basieren. Sie zeigen den genauen Standort, präsentieren die Waren, geben Telefonnummern und die genutzten sozialen Netzwerke an. Wenn die Synchronisation aller Stände auf dem Markt erfolgreich abgeschlossen ist, müssen die Verbraucher nur noch einen QR-Code scannen, um Waren auf dem Markt zu kaufen.“
Derzeit haben mehr als 20 von rund 1.200 Ständen auf dem Markt Ha Long 1 einen QR-Code erhalten. Nguyen Thi Xuan, die hier Trockenwaren verkauft, erzählt, dass sie sich schon vor der Gründung des Zentrums über den Online-Verkauf informiert hat. Ausgestattet mit einem Smartphone ist sie stets bereit, ihre Produkte direkt am Stand per Livestream zu bewerben.
„Jedes Mal, wenn ich Waren verpacke, starte ich einen Livestream. So wissen die Kunden, dass das brandneue Ware ist. Am Vormittag streame ich live und beantworte direkt eine Reihe von Kundenfragen. Durch die Livestreams laufen die Geschäfte richtig gut. Andere auf dem Markt sehen das und machen es mir nun nach.“
Es sind kleine, teils noch ungleichmäßige Veränderungen, die aber schrittweise die Art und Weise wandeln, wie man auf dem traditionellen Markt Geschäfte macht. Pham Nhu Quynh, Verkäuferin an einem Stand für frittierte Tintenfischbällchen – eine Spezialität in Ha Long – berichtet:
„Die beste Zeit zum Livestreamen ist zwischen 11:00 und 13:30 Uhr. Ab 14:00 Uhr besuchen die Touristen den Markt, da fehlt die Zeit dafür. Die digitale Technik hilft uns heute, viele Kunden aller Altersgruppen zu erreichen. So werden die Kunden auf unsere Produkte aufmerksam und können uns direkt Feedback zur Qualität geben.“
Neben der Unterstützung der Händler beim Verkauf via Livestream kooperiert das Zentrum auch mit Behörden, um die Händler über Vorschriften zur Herkunft der Waren, Preisauszeichnung, Verbraucherschutz und E-Commerce aufzuklären. Gleichzeitig berät es zu Kranken- und freiwilliger Sozialversicherung und hilft den Händlern, den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und elektronischen Transaktionen im Versicherungsbereich zu finden. Nguyen Tuan Thang, Vize-Vorsitzender des Volkskomitees des Wohnviertels Hong Gai, äußert seine Erwartungen:
„Digitalisierung ist nicht allein Sache der Verwaltung. Es ist eine Reise, auf der wir die Menschen begleiten. Jeder Stand hat seinen QR-Code, jeder Händler präsentiert seine Produkte selbstbewusst im Livestream. Das ist eine Grundlage für das Wohnviertel Hong Gai, eine umfassende digitale Gesellschaft anzustreben. So wird sichergestellt, dass niemand – auch nicht die Kleinhändler auf dem traditionellen Markt – im Prozess der digitalen Transformation der Provinz Quang Ninh zurückgelassen wird.“
Händler auf dem Markt Ha Long 1, deren Produkte die Standards erfüllen oder die Bedingungen für die digitale Transformation bereits umgesetzt haben, werden als Pilotmodelle für digitale Stände ausgewählt. Von dort aus sollen die Erfahrungen an andere weitergegeben werden. Der Markt Ha Long 1 strebt an, zu einem vorbildlichen Modell für die Digitalisierung traditioneller Märkte in der Provinz Quang Ninh zu werden.
