Das Programm „Re: Craft 2026“ bildet einen zentralen Schwerpunkt des Projekts zur Entwicklung des zeitgenössischen Handwerks auf der Grundlage des Kulturerbes der Handwerksdörfer. Unter dem Motto „Wiederbelebung der Handwerksdörfer“ fand das Programm vom 6. bis zum 13. Juli 2026 erstmals in Nordvietnam statt. Daran beteiligten sich Dozenten, mehr als 100 herausragende Studierende von 11 Universitäten sowie Handwerksmeister aus 5 Hanoier Handwerksdörfern zusammen.
Durch Exkursionen, Forschungen, Praktiken und Produktentwicklungen verdeutlichten die Studierenden gemeinsam mit den Handwerksmeistern die Kernwerte der Dörfer. Daraus schlugen sie einen neuen Wandel vor, der dem zeitgenössischen Leben entspricht. Dazu Professor Nguyen Tuan Anh, stellvertretender Rektor der Architektur-Universität Hanoi:
„Das Thema dieses Sommercamps ist von wichtiger Bedeutung, da wir uns in einem Wandel hinsichtlich der Förderung unseres Kulturerbes befinden. Wir wollen die traditionellen Werte von jahrhundertealten Handwerksdörfern erhöhen. Dies steigert auch die Qualität der Bildung.“
Bei diesem Programm hatten die Studierenden die Gelegenheit, direkt mit den Meistern in fünf typischen traditionellen Handwerksdörfern zusammenzuarbeiten. Dazu zählen das Lackkunstdorf Ha Thai, das Keramikdorf Kim Lan, das Wasserpuppenspiel-Dorf Dao Thuc, das Bambus- und Rattanflechtdorf Phu Vinh und das Stickereidorf Quat Dong. Hoang Thi Khuong, ein Kunsthandwerkerin des Stickereidorf Quat Dong sagt:
„Meine Familie übt dieses Handwerk in der vierten Generation aus. Ich will mit Universitäten zusammenarbeiten, um unser Handwerk bekannter zu machen. Nur so kann die junge Generation die traditionelle Stickerei des Dorfes Quat Dong bewahren und fortführen.“
Im Rahmen des Programms wurden die Studierenden in interdisziplinäre Teams unterteilt. Jedes Team wurde einem traditionellen Handwerksdorf zugeteilt. Dort arbeiteten sie direkt mit den Kunsthandwerkern zusammen und informierten sich über die Produktionsprozesse, Materialien, Techniken, kulturelle Hintergründe sowie die praktischen Entwicklungsbedürfnisse vor Ort. Der ausgezeichnete Handwerksmeister Do Viet Binh, Vorsitzender des Keramikverbands Kim Lan im Dorf Kim Lan sagt:
„Das Keramikhandwerk in Kim Lan produziert derzeit hauptsächlich Haushaltswaren, Kultgegenstände sowie verschiedene Krüge und Vasen. Es ist das erste Mal, dass Kunsthandwerker des Dorfes und Studierende gemeinsam neue Produktdesigns entwerfen. Ich hoffe, dass durch dieses Projekt das Keramikdorf viele neue Produkte entwickeln wird, die den Anforderungen von Kunden gerecht werden.“
Ein besonderes Highlight des Programms war die Kategorie „Re:Connect“. Studierendengruppen produzierten Videos, um die Geschichte der Handwerksdörfer aus der Perspektive der Jugend zu erzählen. Bis zum 13. Juli verzeichneten die Re:Connect-Videos bereits über 310.000 Aufrufe und mehr als 10.000 Interaktionen auf den Medienkanälen des „Hanoi Creative Design Festivals“. Pham Thu Hang, eine Studentin der Kulturuniversität Hanoi, berichtet:
„Durch die Teilnahme an diesem Programm kann ich mein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. Dies soll dazu beitragen, Handwerksdörfer durch den Erlebnistourismus wiederzubeleben.“
Das Programm „Re:Craft 2026 – Wiederbelebung der Handwerksdörfer“ trägt dazu bei, ein nachhaltiges, urbanes und kreatives Ökosystem aufzubauen. Damit wird das Kulturerbe zu einer lebendigen Ressource, die im Einklang mit der Wissensökonomie steht.
