In den ersten neun Monaten 2026 wuchs das regionale Bruttoinlandsprodukt von Ho-Chi-Minh-Stadt um 9,06 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal lag das Wachstum bei 9,86 Prozent – dem höchsten Wert seit zehn Jahren. Die Auszahlung öffentlicher Investitionsmittel erreichte mehr als 75 Prozent, während die ausländischen Direktinvestitionen mit 17,8 Milliarden US-Dollar bereits 62 Prozent über dem Jahresplan lagen.
Um das Jahresziel zu erreichen, muss die Wirtschaft im vierten Quartal allerdings mindestens 13,23 Prozent wachsen. Saisonbedingt bieten die Produktion, der Konsum, der Tourismus und die Vorbereitung auf das Neujahrsfest Tet günstige Voraussetzungen. Nguyen Khac Hoang, Leiter der Statistikbehörde von Ho-Chi-Minh-Stadt, erklärt:
„Das Wachstum im vierten Quartal liegt normalerweise etwa 1,5 Prozentpunkte über dem des dritten Quartals. Das hängt mit der Saisonalität zusammen: Das Jahresende ist die Hochsaison für Produktion, Konsum, Tourismus und die Vorbereitung auf das Tet-Fest. Diesen Vorteil muss die Stadt nutzen.“
Eine zentrale Aufgabe ist die beschleunigte Auszahlung öffentlicher Investitionsmittel. Für 2026 sind dafür umgerechnet rund 5,7 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Das Geld soll vor allem in Projekte fließen, die einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen bringen. Zugleich müssen Hindernisse bei Verfahren, Grundstücken und der Projektumsetzung beseitigt werden. Tran Quang Lam, Direktor der Baubehörde von Ho-Chi-Minh-Stadt, sagt:
„Seit dem 1. Oktober gilt das Gesetz zur Stadtentwicklung. Bestehende Hindernisse sollen auf dieser Grundlage beseitigt werden. Dabei gilt die Vorgabe der Stadtführung: Öffentliche Investitionen sollen nach privatwirtschaftlichen Prinzipien gesteuert werden. Das werden wir entschlossen umsetzen.“
Darüber hinaus will die Stadt bei festgefahrenen Projekten Fortschritte erzielen und brachliegende Ressourcen wieder wirtschaftlich nutzbar machen. Bei einer Konferenz zur Halbjahresbilanz der ersten neun Monate und zur Förderung des zweistelligen Wachstums forderte der Vorsitzende des Volkskomitees der Stadt, Nguyen Van Duoc, konkrete Ergebnisse:
„Bis Jahresende müssen die Hindernisse bei 100 Prozent der Projekte beseitigt werden. Mehr als 50 Prozent sollen tatsächlich in Betrieb gehen, Flächen nutzen und ihre Produkte auf den Markt bringen.“
Neben den Investitionen sollen der Binnenkonsum und die Exporte die Produktion ankurbeln. Im vierten Quartal will die Stadt den Konsum weiter stimulieren und den Umsatz im Groß- und Einzelhandel um 17 Prozent steigern. Gleichzeitig sollen Unternehmen bei Schwierigkeiten unterstützt und Projekte schneller in Betrieb genommen werden.
Ein positives Signal ist der Stromverbrauch der Produktion: In den ersten neun Monaten stieg er um 7,9 Prozent und damit so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dennoch bleibt das erforderliche Wachstum von mindestens 13,23 Prozent im vierten Quartal eine große Herausforderung. Nguyen Van Duoc weiter:
„Im vierten Quartal muss die Wirtschaft der Stadt mit 13,23 Prozent sehr stark wachsen, um das Jahresziel zu erreichen. Der Weg dorthin ist schwierig. Doch die Stadt wird sich mit aller Entschlossenheit dafür einsetzen, diese Aufgabe zu bewältigen.“
Als wirtschaftliches Zugpferd Vietnams will Ho-Chi-Minh-Stadt Investitionen, Konsum, Produktion und Exporte gleichzeitig stärken. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird entscheidend dafür sein, ob das Wachstumsziel für 2026 erreicht wird. Zugleich soll er die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt erhöhen und Impulse für die gesamte südliche Wirtschaftsregion und die vietnamesische Wirtschaft geben.
