In einer Zeit, in der die Anforderungen an Ursprungsregeln, Umwelt- und Arbeitsstandards sowie an nachhaltige Entwicklung immer strenger werden, ist die effektive Umsetzung der FTA-Verpflichtungen ein entscheidender Faktor zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit geworden.
Derzeit setzt Vietnam 17 Freihandelsabkommen aktiv um, was den Marktraum für heimische Güter und Betriebe erheblich erweitert. Damit diese Verpflichtungen jedoch ihre volle Wirkung entfalten können, bedarf es einer engen Kooperation zwischen der Zentral- und der Lokalebene. Regelungen zu Zöllen, Ursprungsnachweisen, technischen Standards und Marktanforderungen müssen in die Praxis überführt werden. Gleichzeitig gilt es, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Unternehmen diese Zollpräferenzen bestmöglich ausschöpfen können.
Ein Vorbild dafür ist die Hafenstadt Hai Phong. Im Jahr 2025 erzielte die Stadt – trotz der Umstrukturierung ihres Verwaltungsapparats hin zu einer zweistufigen Kommunalverwaltung und den globalen Handelsschwankungen – ein Wirtschaftswachstum von 11,81 Prozent. Das Handelsvolumen erreichte fast 92 Milliarden US-Dollar, wovon über 50 Milliarden auf den Export entfielen. Im vergangenen Jahr führte Hai Phong landesweit bei der FTA-Umsetzung. Hoang Minh Cuong, stellvertretender Vorsitzender des Volkskomitees von Hai Phong, erklärt:
„Wir stellen die Unternehmen in den Mittelpunkt und betrachten ihre praktischen Erfahrungen als Maßstab. Hai Phong hat den Dialog um die Anliegen rund um Im- und Export intensiviert um Ursprungszeugnisse und Logistik umgehend zu lösen. Eine Politik ist nur dann wertvoll, wenn sie für die Unternehmen zugänglich und verständlich ist. Nur so können sie Aufträge gewinnen, neue Märkte erschließen und Arbeitsplätze schaffen.“
Neben der Marktexpansion legt Hai Phong großen Wert auf die Steigerung der Produktionskapazitäten und die Erfüllung neuer Standards. Hoang Minh Cuong weiter:
„Hai Phong verknüpft die Markterweiterung mit der Stärkung der inneren Leistungsfähigkeit und nachhaltiger Entwicklung. Die Stadt priorisiert Hochtechnologien, saubere Technologien, grüne Produktion und Energieeffizienz. Wir unterstützen die Unternehmen dabei, die strengen Ursprungsregeln, Umwelt- und Arbeitsstandards sowie die Rückverfolgbarkeit einzuhalten. Zollpräferenzen bieten eine Chance, doch am Ende entscheiden die Produktqualität, die digitale Kompetenz und ein professionelles Lieferkettenmanagement darüber, wie weit ein Unternehmen auf den Weltmarkt kommt.“
In der Provinz Thanh Hoa wurde die Umsetzung der FTA-Verpflichtungen in der Förderpolitik für Unternehmen erwähnt. Dabei handelt es sich um Markterweiterung, Logistikausbau, Technologieentwicklung und Transparenz von Warenursprüngen. Landesweit belegte Thanh Hoa 2025 den 3. Platz bei der FTA-Umsetzung. Doan Trong Thanh, Vize-Leiter der Abteilung für Im- und Exportverwaltung der Handelsbehörde der Provinz, berichtet:
„Die Provinz hat umgehend einen Aktionsplan zur FTA-Umsetzung erlassen. So können Organisationen und Unternehmen vor Ort die neuen Vorteile nutzen. Zudem haben wir Förderrichtlinien erlassen, die Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte und beim Export neuer Waren helfen. Es gibt auch die Förderpolitik für internationale Reedereien zum Güterumschlag im Hafen Nghi Son und für Unternehmen, die ihre Waren über diesen Hafen verschiffen. Darüber hinaus drängt das Volkskomitee der Provinz Unternehmen darauf, auf den Warenursprung zu achten, in Technologien zu investieren und die Ursprungsregeln konsequent einzuhalten, um Handelsschutzmaßnahmen aus dem Ausland zu vermeiden.“
Die Erfahrungen aus den Provinzen zeigen, dass die FTA-Umsetzung mittlerweile ein zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Governance ist. Dazu Vize-Premierminister Pham Gia Tuc:
„Wir müssen die FTA-Umsetzung als einen entscheidenden Indikator für die Steuerungskompetenz und die Integrationsfähigkeit einer Provinz betrachten. Das ist keine isolierte Aufgabe des Handels- oder Außenministeriums. Jede Kommune muss die FTA-Umsetzung fest in ihr sozioökonomisches Steuerungsprogramm integrieren und sie an die persönliche Verantwortung der Behördenleiter knüpfen.“
Die Umsetzung von Freihandelsabkommen endet demnach nicht bei der bloßen Bekanntgabe von Verpflichtungen. Sie muss in jeder Kommune in konkretes Handeln umgewandelt werden. Nur wenn die Verwaltung den Unternehmen als enger Partner zur Seite steht und die Betriebe ihre Qualität, Technologie sowie die Erfüllung von Standards verbessern, können aus Handelszusagen reale Märkte, handfeste Aufträge und eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit entstehen.
