(VOVWORLD) - Vietnam hat gerade eine Bilanz der sozioökonomischen Lage der vergangenen acht Monate gezogen. Dabei wurde auch die Geschwindigkeit der Auszahlung öffentlicher Investitionen thematisiert. Konkret liegt die Auszahlung seit Jahresbeginn höher als in den Vorjahren. Dies ist ein beachtliches Ergebnis in einer Phase, in der landesweit Verwaltungsstrukturen neu geordnet und die zweistufige Kommunalverwaltung umgesetzt werden.
In den vergangenen acht Monaten hat Vietnam umgerechnet mehr als 19 Milliarden US-Dollar ausgezahlt. (Foto: chinhphu.vn) |
Premierminister Pham Minh Chinh forderte, dass bis Ende des dritten Quartals mindestens 60 Prozent der geplanten öffentlichen Investitionen ausgezahlt und bis Jahresende 100 Prozent des Plans erreicht werden.
Kapital schnell in die Wirtschaft pumpen
Die Auszahlung öffentlicher Investitionen ist nicht nur eine finanzielle Frage, sondern ein Schlüsselfaktor für die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Ankurbelung des Wachstums, die Gewährleistung der Sozialfürsorge und eine nachhaltige Entwicklung.
In den vergangenen acht Monaten hat Vietnam umgerechnet mehr als 19 Milliarden US-Dollar ausgezahlt, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders die kommunalen Haushalte verzeichneten eine hohe Auszahlungsrate von über 58 Prozent, was die Eigeninitiative und Entschlossenheit der Lokalbehörden bei der Durchführung öffentlicher Investitionen unterstreicht.
So erreichte beispielsweise die Provinz Thanh Hoa Ende August 2025 eine Auszahlungsrate von 47,8 Prozent des Plans, höher als der Landesdurchschnitt. Viele Organisationen, Investoren und Behörden der Provinz haben ihre Auszahlungspläne bereits nach acht Monaten zu 100 Prozent erfüllt.
Auch das Bauministerium treibt 18 Großprojekte in diesem Jahr voran, darunter zahlreiche Schlüssel-Infrastrukturprojekte wie Autobahnen, Eisenbahnen und große Brücken. Im vierten Quartal sollen acht weitere Großprojekte beginnen. Laut dem stellvertretenden Bauminister Le Anh Tuan schaffen staatlich finanzierte Projekte strategische Infrastruktur, die private Investitionen anziehen und lenken werden.
Wachstumsimpuls von zentraler Bedeutung
Die vietnamesische Regierung setzt sich zum Ziel, bis Ende 2025 die öffentlichen Investitionen vollständig auszuzahlen. Entsprechende Beschlüsse der Regierung seit Jahresbeginn forderten von Ministerien, Behörden und Provinzen, dies als politische Priorität umzusetzen. Für 2025 beläuft sich der staatliche Investitionsplan auf umgerechnet 38 Milliarden US-Dollar, davon stammen mehr als 33,5 Milliarden US-Dollar aus Zuweisungen des Premierministers, der Rest aus kommunalen Budgets und übertragenen Mitteln des Vorjahres. Bisher sind über 95 Prozent der Mittel zugeteilt.
Zur Beschleunigung der Auszahlung sollen die restlichen Mittel bis zum 30. September vollständig verteilt werden. Vorrang haben die Beseitigung von Engpässen bei der Flächenfreigabe.
Bei national bedeutsamen Projekten verlangt die Regierung, das Bautempo zu erhöhen, um noch 2025 mindestens 3.000 km Autobahn und 1.000 km Küstenstraße fertigzustellen.
Auch bei Projekten mit offizieller Entwicklungshilfe (ODA) sollen die Investitions-, Ausschreibungs- und Vertragsverfahren zügig abgeschlossen werden.
Die Lokalbehörden müssen ihre Einnahmen aktiv steuern und bei Mängeln rechtzeitig zusätzliche Mittel beantragen, um Finanzierungslücken zu vermeiden. Der stellvertretende FinanzministerTran Quoc Phuong fordert:
„Alle Ministerien, Behörden und Provinzen müssen die verbleibenden Mittel schnell prüfen und verteilen. Besteht kein Bedarf, sind die Verfahren für Kürzungen und Umverteilungen an andere bedarfsgerechte Projekte sofort einzuleiten. Die Durchführung der Projekte selbst muss beschleunigt werden.“
Vietnam strebt 2025 ein Wirtschaftswachstum von 8,3 bis 8,5 Prozent an. Eine wirksame Umsetzung der Auszahlung öffentlicher Investitionen wird ein entscheidender Grundstein sein, um das Ziel dieses Jahres zu erreichen und positive Impulse für viele sozioökonomische Bereiche in den kommenden Jahren zu setzen.