Von einem armen Land nach dem Krieg mit einem Pro-Kopf-Einkommen von nur wenigen hundert US-Dollar Anfang der 1990er Jahre hat Vietnam heute die Schwelle von 4.636 US-Dollar überschritten und gehört damit zur Gruppe der Länder mit mittlerem Einkommen im oberen Bereich. Diese Ergebnisse sind der Erneuerung, der internationalen Eingliederung, dem stabilen politisch-sozialen Umfeld, der Begleitung der Unternehmen und Bevölkerung in der wirtschaftlichen Entwicklung zu verdanken.
Botschaft einer stabilen Volkswirtschaft
Der Meilenstein findet im Kontext der instabilen Weltwirtschaft statt. Jedoch hat Vietnam ein hohes Wachstum aufrechterhalten, die Inflation kontrolliert und das Einkommen der Bevölkerung verbessert. Dies verdeutlicht den effizienten Entwicklungsweg, in dem die Stabilität als Fundament und die Reform als Ansporn betrachtet werden. Max-F. Scheichenost, Gründungsmitglied der Vietnam Private Capital Agency - einem Investor mit jahrelanger Erfahrung in der Erforschung des vietnamesischen Marktes – meint dazu:
„In den jüngsten Jahren hat es in Vietnam einen massiven Wandel im Denken gegeben, besonders bei den politischen und rechtlichen Entscheidungsträgern. Vietnam hat Meinungen von Experten, internationalen Partnern und Investoren gehört. Ich glaube, dass sich das Geschäftsumfeld Vietnams derzeit sehr entwickelt. Das ist eine Chance für Investoren, ein stabiles Geschäft in Vietnam zu führen.“
Jedoch ist die Entwicklung zu einem Land mit mittleren Einkommen im oberen Bereich kein Endziel Vietnams. Es ist lediglich der Ausgangspunkt für eine Entwicklungsphase, die höhere Anforderungen an die Wachstumsqualität stellt.
Statt des Vorteils aus den niedrigen Arbeitskosten sollen die Entwicklungsmotoren nun aus Innovation, Wissenschaft, Technologie, digitaler Transformation, Arbeitsproduktivität und der Qualität der Fachkräfte kommen. Diese Entwicklungsvision hätten die vietnamesischen Führungskräfte mehrmals auf internationalen Foren bekräftigt, sagt Warrick Cleine, Geschäftsführer des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG Vietnam:
„Ich war glücklich, eine Woche im britischen London mit KPV-Generalsekretär und Staatspräsidenten To Lam während seiner Auslandsreise im letzten Jahr zu verbringen. Er hat an der Universität Oxford eine Ansprache über Politik gehalten, die sehr eindrucksvoll war. Es ging um die Vietnams Vision für den Entwicklungsstand im Jahr 2045. Es handelte sich nicht nur um ein reines Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, sondern auch um den Lebensstandard der Bevölkerung, das Management und den Aufbau einer digitalen Wirtschaft.“
Vom Meilenstein bis zum Wunsch nach Entwicklung
Das Entwicklungspotential Vietnams ist sehr groß. Das Land stehe vor vielen Chancen zum Durchbruch, wenn es die Reformen weiter verstärke, die Arbeitsproduktivität erhöhe und die Effizienz neuer Wachstumsmotoren fördere, sagt der Unternehmer Mai Huu Tin:
„Vietnam steht derzeit an 16. Stelle der Welt für die Einwohnerzahl, dessen Wirtschaftsumfang den Platz 32 weltweit belegt. Es gibt in Vietnam einen großen Rückstand, um die Wirtschaftskraft auf das Niveau der Bevölkerungsgröße zu heben. Wenn wir dies verwirklichen und die Falle des mittleren Einkommens vermeiden, können wir zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt gehören.“
Der Aufstieg in die Gruppe der Länder mit mittlerem Einkommen im oberen Bereich ist ein Meilenstein, auf den man stolz sein kann. Es ist aber wichtiger, dass Vietnam die Reformen aufrechterhält und die Wachstumsqualität stetig verbessert. Nur wenn Vietnam eine Wirtschaft mit hoher Kapazität, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiger Entwicklung aufbaut, kann das Land sein Streben nach Entwicklung realisieren.
