Verborgen hinter den Kalksteinfelsen taucht das schwimmende Dorf Vung Vieng mit einfachen schwimmenden Häusern und Bambusbooten auf. Hier gibt es weder Betonstraßen noch das Hupen von Fahrzeugen – nur das sanfte Rauschen der Wellen und den Schlagrhythmus beim Rudern. Hier ist das Leben eng mit dem Meer verbunden. Vu Van Hung, ein Bewohner im Fischerdorf Vung Vieng erzählt:

„Das Fischerdorf Vung Vieng wurde 1968 gegründet, das damals Cap Gie hieß. Damals kamen die Menschen mit ihren Booten, ankerten hier und errichteten ein schwimmendes Dorf. Erst im Jahr 2000 entstanden schwimmende Häuser. Wir organisieren regelmäßig kulturelle Begegnungen, um die Kultur von Halong zu bewahren. Die Frauen führen dabei den traditionellen Gegengesang auf.“

Für diejenigen, die eng mit Vung Vieng verbunden sind, liegt die Schönheit des Dorfes nicht nur in der Landschaft. Es ist der schlichte Lebensrhythmus der Einheimischen.

Fotograf Do Giang, der die umfangreichste Fotosammlung Vietnams über das Fischerdorf Vung Vieng besitzt, berichtet:

„Das ist eines der alten Dörfer. Die Einheimischen sind solidarisch und unterstützen einander. Sie teilen alles, von Fisch bis hin zu Gemüse, Reis und Trinkwasser. All das hat bei mir tiefe Emotionen hinterlassen. Ich liebe dieses Dorf sehr.“

Angesichts der Tourismusentwicklung dienen Bambusboote nicht mehr nur dem Lebensunterhalt, sondern werden auch zu Mitteln, die Touristen die Entdeckung des Weltnaturerbes ermöglichen.

Nguyen Thi Thu Huyen, eine Reiseleiterin im Dorf, erklärt:

„Was mich so tief mit Vung Vieng verbindet, ist das harmonische Verschmelzen von Landschaft und Mensch. Die Menschen hier sind sehr aufrichtig. Deswegen möchte ich ihnen bei der Werbung für die Schönheit des Fischerdorfes helfen, damit mehr Besucher kommen und das Leben der Bewohner hier verbessert wird.“

Tong Thi Nhung, eine Ruderin im Dorf, erzählt:

„Die Natur hier ist wunderschön. Wir empfangen die Gäste und rudern sie eine Runde durch das Dorf. Zweimal am Tag mache ich das. Früher war ich Fischerin, jetzt arbeite ich im Tourismus. Es ist leichter und das Einkommen ist stabil.“

Weder riesige Einrichtungen noch hektische Dienstleistungen prägen diesen Ort. Vung Vieng hat sich eine tiefe Einfachheit bewahrt: Die Stille inmitten des Weltnaturerbes.