Frauen der Mong stellen der Welt die Leinenweberei vor

(VOVWORLD) - Am Fuße des Tay-Con-Linh-Gebirges – dem höchsten Gipfel im Nordosten Vietnams – liegt ein Dorf, das täglich zahlreiche Besucher anzieht. Es handelt sich um das Leinenweberdorf Lung Tam in der nordvietnamesischen Provinz Tuyen Quang, wo die Frauen der Mong der Welt ihr traditionelles Handwerk vorstellen. 
Frauen der Mong stellen der Welt die Leinenweberei vor - ảnh 1Die 96-jährige ist die Hüterin der Essenz des traditionellen Leinenwebens. (Foto: Huyen Trang)

Eine über 60-jährige Frau präsentiert Besuchern die Bedeutung der Muster auf Leinentüchern und -taschen der Mong. Sie ist Vang Thi Mai, die 2017 vom Magazin Forbes Vietnam zu einer der 50 einflussreichsten Frauen Vietnams gekürt wurde. Sie hat das fast in Vergessenheit geratene Handwerk wiederbelebt und der Welt die Leinenweberei in Lung Tam vorgestellt. Dazu Vang Thi Mai:

„Nach der früheren Auffassung der Mong war die Leinenfaser eng mit dem spirituellen Leben der Mong verbunden. Seit 2008 haben wir unsere Produkte auf Messen in Luxemburg, den USA, Deutschland, Frankreich und Russland präsentiert. Ein Höhepunkt war der Gewinn des Goldpokals in den USA im Jahr 2017 beim Wettbewerb mit Handwerksdörfern aus 160 Ländern.“

Die Leinenprodukte aus Lung Tam werden in zahlreiche Länder exportiert, wie beispielsweise die USA, Kanada, Frankreich, die Schweiz und Italien. In ihrer Heimat bewahren die Frauen der Mong nicht nur die Leinenweberei, sondern fördern auch die Werbung für ihr traditionelles Handwerk. 

Frauen der Mong stellen der Welt die Leinenweberei vor - ảnh 2Das Trennen der Fasern ist einer der 41 Schritte im traditionellen Leinenwebverfahren. (Foto: Huyen Trang)

Inmitten der Gespräche ausländischer Gäste ist das herzliche Lachen von Sung Thi Co zu hören. Die 96-jährige hinterlässt bei den Gästen einen tiefen Eindruck. In der traditionellen Tracht der Mong sitzt sie an einem kleinen Feuerofen und zeichnet mit einem handgefertigten Stift präzise Muster aus Bienenwachs auf den Stoff. Sie ist die Hüterin der Essenz des traditionellen Leinenwebens, insbesondere der Bienenwachsmalerei, und gibt diese wertvollen Erfahrungen an die Dorfbewohner weiter.

„Als ich 13 Jahre alt war, brachte meine Mutter mir das Handwerk. Ich liebe den Leienstoff, er gehört zu unserem Dorf. Ich zeichne Motive wie Blumen und Blätter.“

Um einen Leinenprodukt herzustellen, sind mehr als 40 Arbeitsschritte nötig, wie beispielsweise das Trennen der Fasern, das Weben, die Indigo-Färbung, das Malen mit Bienenwachs und die Stickerei. Sung Thi My erzählt:

Frauen der Mong stellen der Welt die Leinenweberei vor - ảnh 3Die Fähigkeit, Leinen zu weben, gilt als Kriterium zur Beurteilung des Talents, der Geschicklichkeit und des Fleißes einer Frau der Mong. (Foto: Huyen Trang)

„Schon unsere Vorfahren haben das seit Generationen so gemacht. Sie trugen ausschließlich diese Leinenstoffe. Es ist Brauch, dass man ein Leinenhemd und einen Leinenrock trägt, wenn man die Reise ins Jenseits antritt. Dieses Handwerk wird von Generation zu Generation übergeben."

Während die Leinenweberei vielerorts fast verschwunden ist, entwickelt sich dieses Handwerk in Lung Tam weiter. Dieses Leinenweberdorf ist ein Ort, an dem man etwas über die Kultureigenschaften der Mong erfahren kann. Aus den feinen Leinenfasern haben die Frauen der Mong ihre ganz eigene Geschichte ihres Dorfes und ihrer Volksgruppe gewoben, um sie stolz der ganzen Welt zu präsentieren.

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