In den vergangenen zwei Jahrzehnten war die globale Expansion von Viettel mit Märkten verbunden, die für internationale Telekommunikationsinvestoren als anspruchsvoll gelten. Dazu der ehemalige Generaldirektor von Viettel, Hoang Anh Xuan:

„Die damalige Strategie von Viettel bestand darin, zu den zehn größten Telekommunikationsanbietern der Welt zu gehören. Ohne Investitionen im Ausland konnte dieses Ziel nicht erreicht werden.“

Kambodscha war Viettels erster Auslandsmarkt. Dort wurde Viettels Investitionsprojekt Metfone als achter Mobilfunknetzbetreiber lizenziert. Viettel errichtete rasch ein Netz, das die meisten besiedelten Gebiete abdeckte und so zur Verbreitung von Telekommunikations- und Internetdiensten auch in ländlichen Gebieten und Grenzregionen beitrug. Jetzt ist Metfone nicht nur der größte Mobilfunknetzbetreiber Kambodschas, sondern auch eines der Unternehmen, das einen bedeutenden Beitrag zum Staatshaushalt und zu Sozialprogrammen in diesem Land leistet.

In Haiti begann Viettel sein Geschäft in einem ganz besonderen Kontext, da der karibische Staat im Jahr 2010 ein verheerendes Erdbeben erlebt hatte, das einen Großteil der Infrastruktur zerstörte. Zuvor hatte sich Viettel lediglich zu Investitionen verpflichtet und das Netzwerk noch nicht aufgebaut. Nach der Katastrophe beschloss das Unternehmen jedoch, sein Versprechen zu halten. Er entsandte Ingenieure nach Haiti und begann, ein Telekommunikationssystem fast von Grund auf neu aufzubauen. Haiti verfügt nun über die größte Glasfaserinfrastruktur in der Karibik. Der ehemalige Minister für Wissenschaft und Technologie und ehemalige Generaldirektor von Viettel, Nguyen Manh Hung, sagt dazu:

„Wenn Unternehmen im Ausland investieren, nutzen sie in der Regel ihre eigene Marke, aber bei Viettel ist das anders. Als Viettel beispielsweise in Kambodscha investierte, schuf das Unternehmen eine lokale Marke.“

Viettel ist mittlerweile in 16 Ländern vertreten, darunter in Ländern, in denen der Konzern investiert hat und in Ländern, in denen er Repräsentanzen eröffnet hat. Dazu Verteidigungsminister Phan Van Giang:

„Die Viettel Internationale Investment AG hat einen herausragenden Beitrag zur Entwicklung des Landes geleistet. Viettel hat erfolgreich zehn führende Telekommunikationsmarken in verschiedenen Ländern aufgebaut und die vietnamesischen Unternehmen dazu inspiriert, global zu expandieren. Viettel hat die politische Verantwortung und die Fähigkeiten eines Militärunternehmens in der neuen Ära deutlich unter Beweis gestellt.“

Viettel hält derzeit in sieben von zehn Überseemärkten, in denen das Unternehmen tätig ist, den größten Marktanteil. Diese zehn Länder sind Laos, Kambodscha, Myanmar, Osttimor, Mosambik, Kamerun, Tansania, Burundi, Haiti und Peru. Nguyen Thanh Nhuong, ehemaliger Generaldirektor von Viettel Kambodscha im Zeitraum 2015-2019 betont:

„Die Konkurrenten verfolgen stets eine Niedrigpreisstrategie. Viettel ist seiner Geschäftsphilosophie, Kunden als einzigartige Individuen zu behandeln, stets treu geblieben. Wo der Wettbewerb stark ist, verfolgt Viettel eine andere Preispolitik.“

Die internationalen Geschäftsaktivitäten von Viettel bringen jährlich einen Umsatz von mehr als drei Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen konnte über mehrere Jahre hinweg ein Umsatzwachstum von rund 20 Prozent verzeichnen. Bei einem Besuch bei Viettel Kambodscha im Juli 2024 betonte KPV-Generalsekretär To Lam:

„Es gibt selten ein Unternehmen wie Viettel, das im Ausland investiert und dem Land so viel Nutzen sowie Interesse in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Außenbeziehungen und Verteidigung gebracht hat. Das hat Vietnams Image und Ansehen verbessert.“

Nach 20 Jahren Präsenz auf zahlreichen internationalen Märkten wandelt sich Viettel von einem „Auslandsinvestitionsmodell“ zu einer globalen Geschäftsstrategie (Go Global 2.0). Viettel will seine Entwicklung im Telekommunikationssektor fortsetzen und gleichzeitig in neue Bereiche wie digitale Technologien, Dual-Use-Technologien, E-Commerce und Logistik expandieren. Mit dem Ziel eines jährlichen Wachstums von mindestens 20 Prozent ist Viettel bereit, sich neuen Herausforderungen zu stellen.