(VOVWORLD) - Um ein Bruttoinlandswachstum von mindestens acht Prozent in diesem Jahr zu erreichen und in den kommenden Jahren ein zweistelliges Wachstum anzustreben, fördert Vietnam derzeit verstärkt strategische Infrastrukturprojekte. Neben der Regierung und staatlichen Unternehmen leisten auch private Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu diesen Projekten.
Der Vorstandschef des Unternehmens Truong Hai (Thaco) Tran Ba Duong. (Foto: VGP) |
Die vietnamesische Regierung hat sich für dieses Jahr das Ziel gesetzt, die Umsetzung wichtiger Infrastrukturprojekte voranzutreiben. Dazu gehören der Ausbau von Autobahnnetz, der Bau der Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke, digitale Transformation, die Anbindung von Autobahnnetzen an Flughäfen und Seehäfen sowie die Entwicklung von Atomkraft und erneuerbarer Energien.
Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres hat der Premierminister private Konzerne und Unternehmen besucht und sie dazu aufgerufen, sich an wichtigen nationalen Projekten zu beteiligen. Vertreter von führenden privaten Unternehmen erklärten ihre Bereitschaft, aktiv an den Projekten mitzuwirken. Dazu Tran Ba Duong, Vorstandschef des Unternehmens Truong Hai (Thaco):
„Wir werden uns auf das Stadtbahnprojekt, vor allem auf die Herstellung von Waggons und Stahlbauteilen, konzentrieren. Mit unseren erfahrenen Ingenieuren und der internationalen Zusammenarbeit können wir Technologien beherrschen. Unser Ziel ist es, die Kosten zu senken und einen hohen Anteil vietnamesischer Wertschöpfung in den Produkten zu gewährleisten.“
Die Hoa Phat Group, der größte Stahlproduzent Südostasiens und eines der 50 führenden Stahlunternehmen weltweit, verpflichtete sich, Stahlsorten nach internationalem Standard für das Bauprojekt der Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsstrecke bereitzustellen. Vorstandsvorsitzender Tran Dinh Long sprach von einer großen Chance für sein Unternehmen.
„Wir planen, eine Fabrik für Schienenstahl mit einem Investitionskapital von mehr als 370 Millionen Euro zu bauen. Unser Ziel ist es, die gesamten benötigten zehn Millionen Tonnen Stahl nach internationalem Standard zu liefern.“
Auch andere große vietnamesische Unternehmen haben ehrgeizige Pläne. Als eines der führenden Unternehmen Vietnams verpflichtete sich Vingroup, ein grünes Produktions- und Konsumökosystem aufzubauen. Die BRG Group plant im Norden von Hanoi eine Smart City, die weltweit erste CO2-neutrale Stadt, zu bauen. Das Technologieunternehmen CMC stellte fest, der Aufbau einer Infrastruktur für digitale Transformation sei eine wichtige Aufgabe. Dazu der CMC-Vorsitzende Nguyen Trung Chinh:
„CMC hat zwei Aufgaben übernommen. Erstens werden wir bis 2028 ein regional führendes Cloud-Rechenzentrum mit einer Kapazität von 80 MW errichten, das von Vietnamesen betrieben wird. Zweitens werden wir eine KI-gestützte Wissensplattform aufbauen. Dabei können wir Schlüsseltechnologie und führende Technologien in der Welt beherrschen. Mit diesen zwei Aufgaben will CMC dazu beitragen, das Ziel zu erreichen, Vietnam bis 2045 zu einem KI-gestützten Land zu entwickeln.“
Neben den Großkonzernen sind auch kleine und mittelständische Unternehmen bereit, zur Umsetzung der Ziele des Landes beizutragen. Die Unternehmen tragen derzeit rund 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt und 98 Prozent des gesamten Exportvolumens bei und schaffen Arbeitsplätze für 85 Prozent der vietnamesischen Erwerbstätigen. Um ein BIP-Wachstum von mindestens acht Prozent in diesem Jahr zu erreichen und ein zweistelliges Wachstum in den kommenden Jahren anzustreben, soll die private Wirtschaft jährlich um rund elf Prozent wachsen.
Die neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Regierung haben die vietnamesische Unternehmensgemeinschaft belebt. Zahlreiche Unternehmen haben Projekte erforscht und die Ausbildung von Humanressourcen forciert, um an nationalen Projekten mitzuwirken.