Entwicklung substanzieller und umfassender Beziehungen zwischen Vietnam und der Europäischen Union

(VOVWORLD) - EU-Ratspräsident António Costa hat am Mittwoch auf Einladung von Staatspräsident Luong Cuong seinen offiziellen Besuch in Vietnam begonnen. Der Besuch ist von großer Bedeutung und unterstreicht den Willen beider Seiten, die Beziehungen zwischen Vietnam und der EU auf ein neues Niveau zu bringen. 
Entwicklung substanzieller und umfassender Beziehungen zwischen Vietnam und der Europäischen Union - ảnh 1(Symbolfoto: baochinhphu.vn)

Dies ist das zweite Mal, dass ein hochrangiger Vertreter der Europäischen Union Vietnam einen offiziellen Besuch abstattet. Der erste Besuch erfolgte durch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy im Jahr 2012. Der diesmalige Besuch des EU-Ratspräsidenten António Costa in Vietnam ist ein besonderer diplomatischer Meilenstein, da er unmittelbar nach dem erfolgreichen 14. Parteitag der Kommunistischen Partei Vietnams stattfindet.

Beeindruckende Ergebnisse der Zusammenarbeit

Mit 27 Mitgliedstaaten und einer Bevölkerung von rund 450 Millionen Menschen ist die Europäische Union (EU) die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Blocks erreicht 19,4 Billionen US-Dollar, und der Außenhandel der EU mit anderen Ländern macht etwa 14 Prozent des Welthandels aus.

Vietnam und die EU nahmen am 28. November 1990 diplomatische Beziehungen auf. Nun ist Vietnam einer der wichtigsten Partner der EU. Beide Seiten haben fünf Kooperationsabkommen unterzeichnet und acht regelmäßige Dialogmechanismen eingerichtet.

In der Wirtschaftszusammenarbeit dient der Erfolg des Freihandelsabkommens zwischen Vietnam und der EU (EVFTA) als Vorbild für die Region. Das EVFTA hat dazu beigetragen, das bilaterale Handelsvolumen innerhalb von fünf Jahren seit seinem Inkrafttreten im Jahr 2020 um etwa 40 Prozent zu steigern. Die EU ist derzeit der viertgrößter Handelspartner, der drittgrößte Exportmarkt und der fünftgrößte Importmarkt Vietnams. Vietnam ist der größte Handelspartner der EU innerhalb der ASEAN-Staaten.

Die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technologie und Innovation ist eine neue Säule der Kooperation zwischen Vietnam und vielen EU-Mitgliedstaaten. Im Jahr 2025 unterzeichneten Vietnam und die EU-Mitgliedstaaten mehrere Abkommen, darunter die Absichtserklärung über die Zusammenarbeit in der digitalen Transformation und der digitalen Wirtschaft zwischen Vietnam und Estland sowie das Abkommen über die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technologie und Innovation zwischen Vietnam und Frankreich. Der EU-Botschafter in Vietnam, Julien Guerrier, sagt:

„Die Kooperationsbeziehungen zwischen der EU und Vietnam haben sich in den vergangenen 35 Jahren positiv entwickelt und zählen heute zu den engsten und umfassendsten. Dies zeigt sich in vielen verschiedenen Bereichen, von Wirtschaft, Handel, Investitionen und nachhaltiger Entwicklung bis hin zu Verteidigung, Sicherheit, Diplomatie und den Beziehungen zwischen den Völkern.“

Die Beziehungen substanziell und umfassend ausbauen

Vor dem Hintergrund einer instabilen globalen geopolitischen Lage sendet der offizielle Vietnam-Besuch des EU-Ratspräsidenten António Costa eine starke Botsschaft für offene, freie und regelbasierte Handelsbeziehungen. Laut Botschafter Julien Guerrier will die EU in der kommenden Zeit die Beziehungen zwischen beiden Seiten auf drei Hauptsäulen ausbauen: Handel, grüne Transformation und Frieden-Sicherheit. Daneben sollte die Zusammenarbeit in den Bereichen digitale Transformation, Innovation, künstliche Intelligenz sowie Halbleiter, Forschung und Bildung vorangetrieben werden. Dies werde als nächster Schritt angesehen, um die Beziehungen zwischen der EU und Vietnam in eine neue Ära substanziellerer und umfassenderer Zusammenarbeit zu führen, so Botschafter Guerrier weiter:

„Das ist eine neue Ära für beide Seiten. Um sie zu festigen, haben beide Seiten vereinbart, ihre bilateralen Beziehungen auszubauen. Vietnam ist das erste der zehn ASEAN-Länder, mit denen die EU ihre Beziehungen aufgewertet hat. Dies wird beiden Seiten helfen, die Zusammenarbeit auf verschiedene Bereiche auszuweiten.“

Der offizielle Besuch des EU-Ratspräsidenten Antonio Costa in Vietnam wird dazu beitragen, einen neuen umfassenderen und tieferen Partnerschaftsrahmen zu schaffen und eine der vorbildlichen Beziehungen zwischen Asien und Europa zu werden. 

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