(VOVWORLD) - Im neuen Jahr tritt die Welt in einen neuen Entwicklungszyklus ein, der zahlreiche Chancen, aber auch nicht wenige Herausforderungen mit sich bringt. In diesem Kontext erweist sich Vietnam als ein Zielort des Vertrauens und der langfristigen Perspektiven – ein auserwählter Ort für Investitionen in die Zukunft, für Zusammenarbeit und das gemeinsame Schaffen von Werten.
Staatspräsident Luong Cuong und Delegierte der Unterzeichnungszeremonie des UN-Übereinkommens gegen Cyberkriminalität. |
Teil 1: Vietnam – Ziel des hochrangigen Dialogs und der globalen Initiativen
Auch im neuen Jahr 2026 ist die Welt weiterhin mit zahlreichen Unwägbarkeiten konfrontiert. In diesem Kontext gilt Vietnam als ein Ziel für Dialog, langfristige Zusammenarbeit und zukunftsweisende Initiativen. Die Außenpolitik der Unabhängigkeit, Eigenständigkeit, Multilateralisierung und Diversifizierung, die auf Kooperation und Dialog als Fundament setzt, hat Vietnam das Bild eines verlässlichen Partners verliehen.
Im Oktober 2025 wurde die Hauptstadt Hanoi zum Mittelpunkt des internationalen politisch-rechtlichen Lebens. Der UN-Generalsekretär sowie Vertreter aus fast 190 Ländern und internationalen Organisationen nahmen an der Unterzeichnungszeremonie des UN-Übereinkommens gegen Cyberkriminalität teil.
Weil der Cyberraum zu einer neuen Front für grenzüberschreitende Verbrechen wird, zeigt die Wahl Hanois als Ort zur Unterzeichnung eines umfassenden Übereinkommens das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in Vietnam.
„Vietnam hat nicht nur die Fähigkeit und Kompetenz, dieses Problem zu lösen und zur globalen Mühe zur Bekämpfung von Cyberkriminalität beizutragen. Das Land ist ebenfalls eine respektierte Nation, die heute eine immer größere Rolle in den internationalen Beziehungen spielt.“
„Dass die Vereinten Nationen Vietnam als Austragungsort für dieses bedeutende Ereignis gewählt haben, zeugt vom Vertrauen in Vietnam und von seiner Führungsrolle bei der Förderung des Multilateralismus. Die Tatsache, dass Vietnam dieses Übereinkommen proaktiv vorgeschlagen, geleitet und die Unterzeichnungszeremonie organisiert hat, ist ein Beweis für seine solide Position auf der internationalen Bühne.“
Im Jahr 2025 war Vietnam zudem Gastgeber des Gipfeltreffens der Partnerschaft für grünes Wachstum und die globalen Ziele 2030. Vor mehr als 1.000 internationalen Delegierten betonte die stellvertretende UN-Generalsekretärin Amina Mohammed:
„Mit einem beeindruckenden Anstieg ausländischer Direktinvestitionen im Energiesektor ist Vietnam ein Vorbild bei der Förderung der Zusammenarbeit für eine grüne Transformation und eine gerechte Energiewende hin zu einer nachhaltigen Entwicklung.“
Vietnam ist nicht nur Zielort globaler Initiativen, sondern Ziel für hochrangige Besuche und Dialoge.
Vietnam ist zu einem der weltweit wichtigsten strategischen Standorte von Samsung geworden. |
Teil 2: Vietnam – Ein Glied der zukünftigen Wertschöpfungsketten
Das neue Jahr markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Art und Weise, wie die Welt die Rolle Vietnams in den globalen Wertschöpfungsketten wahrnimmt. War die Geschichte Vietnams früher eine Geschichte der niedrigen Kosten, so ist sie heute und in Zukunft eine Geschichte der Qualität und Technologie.
Vietnam wird nicht mehr nur als Produktionsstätte für die Welt ausgewählt, sondern als Partner, der gemeinsam Werte schafft und gemeinsam in die Zukunft investiert. Hören Sie dazu unseren Beitrag: Vom Fertigungsstandort zum Produktionspartner mit hoher Wertschöpfung‘.“
Während sich die globalen Lieferketten verlagern, sucht die Welt nicht nur nach kostengünstigen Produktionsorten, sondern nach Sicherheit, Flexibilität und Nachhaltigkeit. Vietnam vollzieht gerade den Wandel von einer Produktionsstätte für die Welt hin zu einem Produktionspartner mit hoher Wertschöpfung.
Die ausländischen Direktinvestitionen in Vietnam erreichten in den vergangenen elf Monaten dieses Jahres voraussichtlich 23,6 Milliarden US-Dollar. Davon flossen fast 83 Prozent in die Verarbeitungsindustrie und die Fertigung. Doch die Kapitalströme machen nicht bei den Fabriken halt, sondern weiten sich auf Forschung, Entwicklung und Innovation aus. Dazu Michael Kagan, Chief Technology Officer von NVIDIA:
„NVIDIA investiert in die Zukunft Vietnams. Wir haben ein Büro in Hanoi eröffnet und konzentrieren uns darauf, ein führendes Zentrum für Forschung und Entwicklung in Vietnam aufzubauen. Vietnam verfügt über Millionen von IT-Ingenieuren, von denen mehr als die Hälfte Softwareentwickler sind. Wenn wir diese Ingenieure auf den Bereich KI umschulen, kann Vietnam zu einer der am schnellsten wachsenden Nationen der Welt werden.“
Arnaud Ginolin, Kernmitglied der Praxisgruppen Industriegüter, Energie und Öffentlicher Sektor bei der Boston Consulting Group (BCG) ist der Meinung:
„In Vietnam steht die KI zwar noch am Anfang ihrer Entwicklung, beschleunigt sich aber stark. Es wird erwartet, dass sie zu einer treibenden Kraft für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Vietnam wird. Der Wert von KI in Vietnam soll bis zum Jahr 2045 120 Milliarden USD erreichen und damit etwa 25 Prozent des Bruttoinlandsproduktsausmachen. “
Pamela Coke-Hamilton, Exekutivdirektorin des Internationalen Handelszentrums (ITC), meint
„Die vietnamesische Regierung hat massiv in die technologische Infrastruktur investiert, wie beispielsweise in Cloud-Computing-Software und große Rechenzentren in Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und Da Nang. Darüber hinaus baut Vietnam Tiefseehäfen, moderne Autobahnen, Stromnetze und Smart Cities aus, was Investitionen zuverlässiger und effizienter macht.“
Parallel zur Infrastruktur schaffen auch der Binnenmarkt und die digitale Bereitschaft der Bevölkerung wichtige Impulse für die digitale Wirtschaft.
Vietnam wird als strategischer Standort für neues Investitionskapital und neue Lieferketten ausgewählt. Dies beweist das langfristige Vertrauen internationaler Investoren in Wachstumsaussichten, Führungsfähigkeit und nachhaltige Entwicklungsorientierungen Vietnams.
In einem Interview mit dem Radiosender „Die Stimme Vietnams“ sprach Andre De Jong, Mitglied der Europäischen Handelskammer in Vietnam (EuroCham), über die Faktoren, die das Vertrauen europäischer Unternehmen stärken.
„Ja, das ist absolut richtig. Der Geschäftsklimaindex (BCI) ist auf 66,5 Punkte gestiegen. Dies ist das höchste Niveau seit drei Jahren, übertrifft sogar das vorherige und stellt einen bedeutenden Fortschritt dar. Die Marktstimmung erholt sich sehr stark, auch unter europäischen Anlegern. Als nächstes spielen positive Reformen der vietnamesischen Regierung eine große Rolle bei diesem Wachstum. Beispielsweise unterstützen vereinfachte Verfahren für Arbeitsgenehmigungen und Visa, die digitale Verwaltung und die starken öffentlichen Investitionen im vergangenen Jahr uns Investoren enorm. Dank des starken und stabilen Wachstums von 8 bis 10 Prozent der vietnamesischen Wirtschaft haben wir Vertrauen in den Entwicklungskurs des Landes.“
Aktuell erweist sich die grüne Energiewende als ein entscheidender Faktor. Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich Ihrer Meinung nach für Vietnam bei der Gewinnung grüner Investitionen von europäischen Investoren?
„Der BCI-Index zeigt auch, dass jedes vierte europäische Unternehmen in Vietnam grüne Initiativen umgesetzt hat. 42 Prozent der Unternehmen gaben in ihren Berichten an, dass sie das Vertrauen und ihren Marktzugang verbessert haben. Denn wir glauben, dass ein umweltfreundliches Unternehmen Vertrauen im Markt und in sich selbst aufbaut. Als größter Investor Europas werden wir weiterhin zusammenarbeiten, um Vietnams Ziele für eine grüne Entwicklung zu verwirklichen und Vietnams Zukunft zu gestalten.“
Welche Haupterwartungen haben europäische Investoren an die vietnamesische Wirtschaft im Jahr 2026 ?
„Europäische Investoren erwarten, dass Vietnams starkes BIP-Wachstum anhält und glauben sogar, dass das Ziel von acht Prozent beschleunigt werden könnte. Dieses Wachstum wird tatsächlich durch Änderungen in der Regulierung, Investitionen und institutionelle Reformen vorangetrieben. Die gegenwärtige Widerstandsfähigkeit und die Entwicklungstreiber Vietnams inspirieren die Investorengemeinschaft stark, nicht nur bestehende Investoren, sondern auch zukünftige Investoren. Diese Überzeugung beweist, dass Vietnams Entwicklungsweg auf dem richtigen, stabilen und nachhaltigen Weg ist und eröffnet viele Möglichkeiten für eine langfristige Zusammenarbeit in der nächsten Phase.“
Jonathan Wallace Baker, Leiter des UNESCO-Repräsentanzbüros in Vietnam. (Foto: Le Chi) |
Teil 3: Integration im Geist der „Vietnamisierung der Welt“
„Vietnam – Die ausgewählte Nation“ ist nicht nur für sein wirtschaftliches Potenzial oder seine strategische Lage bekannt, sondern auch für seine traditionsreiche Kultur, die Betonung der Menschen, die Stabilität und den Geist nachhaltiger Zusammenarbeit. Im Jahr 2026 konzentriert sich Vietnam darauf, durch Soft Power, seine einzigartige Identität, humanistische Werte und einen offenen Geist der Integration Verbindungen zur Welt herzustellen.
Das Weltkulturfestival hat erstmal im Oktober 2025 in Hanoi mit der Teilnahme von 48 Ländern stattgefunden und sich zu einer nationalen Marke der Kulturdiplomatie entwickelt. Jonathan Wallace Baker, Leiter des UNESCO-Repräsentanzbüros in Vietnam, bekräftigte bei der Veranstaltung:
„Das Festival bringt Künstler, Gemeinschaften und Nationen zusammen, um sich auszutauschen, einander zuzuhören und zu bekräftigen, dass unsere Kulturen nicht getrennt, sondern wahrhaftig miteinander verbunden sind. Die UNESCO ist stolz darauf, Vietnam auf diesem bedeutsamen Weg zu begleiten. Das Festival vermittelt die Botschaft: Wenn Kulturen sich verbinden, vereint sich die Menschheit.“
Aus einer kulturellen Veranstaltung ist Hanoi zu einem Ort geworden, an dem Menschen und Nationen zusammenkommen, in Dialog treten und eine friedliche Zukunft anstreben. Großstädte wie Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt haben sich zu Austragungsorten für viele groß angelegte Kunstveranstaltungen entwickelt, die regional und international Verbindungen schaffen und die Kreativität fördern.
In diesem Kontext setzt Vietnam das Projekt „Vietnamisierung der Welt“ um, um seine kulturelle Identität während der internationalen Integration zu positionieren. Professor Pham Hong Tung, Vorsitzender des Wissenschafts- und Ausbildungsrats des vietnamesischen Instituts für Vietnamstudien und Entwicklungswissenschaften, erklärte:
„In der Vergangenheit haben wir versucht, uns zu integrieren, ohne assimiliert zu werden. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns integrieren, um zu glänzen. Zwei Faktoren tragen zu unserem Erfolg bei: die vietnamesische Kultur und die vietnamesische Intelligenz. Wir müssen die kulturellen, intellektuellen und persönlichen Stärken der Vietnamesen in einer globalisierten Welt nutzbar machen und so einzigartige Werte schaffen. Vietnam muss zu einer Nation werden, die in der globalisierten Welt zu neuen Höhen aufsteigen kann.“