(VOVWORLD) - Das Pho-Museum, das erste private kulinarische Museum Vietnams, hat erstmals am 15. Januar in Ho-Chi-Minh-Stadt seine Türen für Besucher geöffnet. Es bietet Einheimischen sowie internationalen Gästen einen neuen Erlebnisort, um Pho zu genießen und die über 100-jährige Geschichte dieses vietnamesischen Nationalgerichts nachzuvollziehen, von der Straßenküche bis auf die Speisekarten weltweit.
Das Museum stellt Materialien, Gegenstände und Dokumente über den Zubereitungsprozess von Pho. |
Das Museum wurde von der Behörde für Kultur und Sport von Ho-Chi-Minh-Stadt genehmigt und versteht sich als Ort zur Bewahrung und Vermittlung des kulinarischen Erbes Vietnams. Auf rund 800 Quadratmetern erstrecken sich drei Etagen, die als geschlossener Rundgang mit Verkostung konzipiert sind, der 60 bis 75 Minuten dauert. Dazu Nguyen Que Anh, Mitgründerin des Pho-Museums:
„Unsere Zielgruppe sind Besucher, die sich besonders für kulinarische Erlebnisse und kulturelles Erbe interessieren. Das Angebot richtet sich an in- und ausländische Touristen, vor allem an internationale Gäste, die in Ho-Chi-Minh-Stadt nach authentischen kulturellen Erfahrungen suchen.“
Der Rundgang folgt einer klaren Erzählstruktur und führt durch historische Kontexte, kulturelle Räume und gesellschaftliche Entwicklungen bis hin zur weltweiten Verbreitung von Pho.
Im zweiten Stock wird die Geschichte des Gerichtes mithilfe der Film-Installationen erzählt. Das dritte Stockwerk zeigt mehr als 200 Exponate, Dokumente und moderne Kunstinstallationen, die die Pho-Kultur der drei Regionen Nord-, Zentral- und Südvietnam widerspiegeln. Darunter befinden sich auch zeitgenössische Werke junger Künstler, etwa aus Lego oder Wolle.
Zahlreiche Pho-Liebhaber und Besucher besuchen das Museum am Eröffnungstag. |
Der Direktor des Museums Le Nhat Thanh kündigte an, dass die Ausstellungen regelmäßig aktualisiert und thematisch erweitert werden sollen.
„Japan hat ein Ramen-Museum – das hat uns die Frage gestellt, warum Pho kein Museum auf vergleichbarem Niveau haben sollte. Internationale Besucher sind eine wichtige Zielgruppe. Gleichzeitig können Pho-Liebhaber hier tiefer in die Geschichte dieses Nationalgerichtes eintauchen.“
Nach dem Rundgang können Besucher im Erdgeschoss Pho in einem multimedialen Raum genießen. Die Küche ist offen gestaltet, sodass der gesamte Zubereitungsprozess – vom Reisblatt bis zur servierten Pho-Suppe – beobachtet werden kann. Dazu die Besucherin Kim Tuyen:
„Die kulturelle Geschichte wird sehr behutsam erzählt. Man versteht, warum Pho als Stimme der Vietnamesen gilt. Gleichzeitig kann man eine große Schüssel Pho probieren – klarer Geschmack, feine Nudeln, eine Mischung aus nord- und südvietnamesischer Küche.“
Das Pho-Museum ist täglich von 08:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Das Ticket umfasst den Rundgang, eine Pho-Verkostung und ein Souvenir. Mit einer Kapazität von 1.500 bis 2.000 Besuchern pro Tag positioniert sich das Museum als neuer kultureller und touristischer Anziehungspunkt von Ho-Chi-Minh-Stadt.