Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in den ersten sechs Monaten um 8,18 Prozent – der höchste Wert seit 15 Jahren. Dies spiegelt die Wirkung entschlossener Regierungsmaßnahmen, die Erholung der Wachstumsmotoren und den Erfolg laufender Reformen wider.
Besonders bemerkenswert ist, dass das Wachstum zunehmend auf neuen und nachhaltigeren Impulsen beruht und nicht mehr allein auf Investitionen oder traditionellen Vorteilen.
Institutionelle Voraussetzungen geschaffen – nun wartet man auf die Umsetzung
Lange galten Institutionen als größtes Entwicklungshemmnis. Inzwischen wurden zahlreiche Veränderungen in den Bereichen Gesetzgebung, Dezentralisierung, Privatwirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Digitalisierung beschlossen. Nun steht deren konsequente Umsetzung im Mittelpunkt. KPV-Generalsekretär und Staatspräsident To Lam betont:
„Wir haben die institutionellen Hindernisse abgebaut und uns auf die Verteilung von Finanz-, Personal- und Bodenressourcen konzentriert. Auch Infrastruktur, Märkte und politische Rahmenbedingungen wurden verbessert. Jetzt müssen wir handeln. Jede Verzögerung bedeutet den Verlust wertvoller Chancen.“
Auch die Regierung richtet ihre Steuerung stärker auf konkrete Ergebnisse aus. Die Verantwortung von leitenden Personen ist mit dem Tempo der Umsetzung und Auszahlung von Projekten verbunden. Tran Minh Phuong, Leiter der Behörde für Planung und Finanzen im Bauministerium, erklärt:
„Projektträger tragen die volle Verantwortung, wenn Investitionsmittel nicht planmäßig ausgezahlt oder Ressourcen verschwendet werden. Der Umsetzungsfortschritt und die Auszahlung öffentlicher Investitionen werden künftig ein wichtiges Kriterium bei der Leistungsbewertung von Behörden und Verantwortlichen sein.“
Große Wachstumspotenziale
Neben den institutionellen Veränderungen verfügt Vietnam weiterhin über erhebliche Wachstumspotentiale. Öffentliche Investitionen bleiben ein wichtiger Impuls. Die Kaufkraft eines Binnenmarktes mit fast 110 Millionen Einwohnern bildet auch künftig eine stabile Stütze der Wirtschaft. Nach Angaben von Tran Huu Linh, Leiter der Behörde für Markverwaltung und -entwicklung im Ministerium für Industrie und Handel, werden Maßnahmen zur Stärkung des Konsums weiter umgesetzt.
„Wir unterstützen Unternehmen dabei, sich an den Trend zum Multikanal-Vertrieb anzupassen. Digitale Plattformen, E-Commerce und Livestream-Verkäufe eröffnen neue Absatzmöglichkeiten. Gleichzeitig helfen wir ihnen beim Markenaufbau, Produktdesign und der Erschließung neuer Märkte.“
Auch Wissenschaft, Innovation und Digitalisierung entwickeln sich zunehmend zu neuen Wachstumsmotoren. Premierminister Le Minh Hung fordert:
„Wir müssen bei Forschung, Innovation und Digitalisierung deutliche Fortschritte erzielen. Dazu gehören der rasche Aufbau eines nationalen digitalen Architekturrahmens, die Vernetzung der Datenbanken und eine vollständig digitale Verwaltung. Noch in diesem Jahr müssen konkrete und messbare Ergebnisse erreicht werden.“
Um das Wachstumsziel für 2026 zu erreichen, kommt es nun darauf an, neue Politik konsequent umzusetzen, alle Ressourcen zu mobilisieren und die neuen Wachstumsmotoren wirksam zu nutzen. Damit schafft Vietnam zugleich die Grundlage für nachhaltiges Wachstum in den kommenden Jahren.
