(VOVWORLD) - Das Jahr 2025 ist weiterhin von tiefgreifenden Änderungen in der Weltpolitik geprägt. Geopolitische Spannungen und globale wirtschaftliche Herausforderungen spiegeln deutlich die Dynamiken wider, die auf eine neue Wirtschafts- und Sicherheitsordnung mit vielen Unwägbarkeiten hindeuten.
(Beispielbild: VGP) |
Ein turbulentes Jahr der Weltpolitik begann mit der Rückkehr von Donald Trump ins Amt des US-Präsidenten für eine zweite Amtszeit am 20. Januar 2025. Bis in die letzten Tage des Jahres hinein stehen die Vereinigten Staaten weiterhin im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit wegen der umstrittenen Äußerungen des US-Präsidenten, die USA bräuchten Grönland für die nationale Sicherheit.
Auswirkungen durch die USA
Gleich nach der Wiederwahl hat US-Präsident Donald Trump die Außenpolitik in allen Bereichen geändert. Zum Beispiel hat die neue US-Regierung den Dialog mit Russland wieder aufgenommen und zugleich die wirtschaftliche sowie militärische Unterstützung für die Ukraine schrittweise reduziert, um Druck auf die beteiligten Seiten auszuüben und eine Lösung zur Beendigung des Konflikts zu finden. Obwohl dieser neue Ansatz bislang noch keine konkreten Ergebnisse gebracht hat, hat er dennoch teilweise Chancen eröffnet, über diplomatische Wege nach Frieden zu suchen. Im Nahen Osten konnte die Einmischung der USA dabei helfen, dass die Hamas und Israel einen Waffenstillstand im Gazastreifen erreicht haben.
Der größte Einfluss der Veränderungen in den USA ist jedoch die Zollpolitik, da Präsident Trump Zölle gegenüber allen Ländern verhängt hat, einschließlich der Verbündeten. Diese Politik hat den größten Handelsschock der Welt seit mehreren Jahrzehnten ausgelöst. Rebecca Lissner, Expertin im US-amerikanischen Rat für Auswärtige Beziehungen (CFR) ist der Ansicht.
„Das Jahr 2025 kann als ein Jahr des Bruchs in der Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump betrachtet werden. Dies zeigte sich bereits zu Beginn des Jahres, als er die wichtigste Entwicklungsbehörde der USA wie USAID auflöste. Er verhängte historisch hohe Zölle, nicht nur gegen Gegner der USA, sondern auch gegen Verbündete und Partner. Damit löste er einen Handelskrieg aus, der bis heute andauert.“
Was wird im Jahr 2026 erwartet?
Die Auseinandersetzungen zwischen den USA und Dänemark um das Schicksal Grönlands, die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Venezuela, die Sackgasse in den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sowie die gegenseitigen Zölle zwischen China und der EU in den letzten Tagen des Jahres 2025 zeigen, dass die Welt zu Beginn des neuen Jahres 2026 weiterhin mit vielen Unsicherheiten konfrontiert sein wird. Die beschleunigte Umsetzung einer neuen nationalen Sicherheitsstrategie durch die US-Regierung könnte dazu führen, dass einige Regionen im Jahr 2026 zu neuen geopolitischen Brennpunkten werden. Neil Melvin, Direktor für Internationale Sicherheit am Royal United Services Institute (RUSI), erklärt:
„Ich denke, das Jahr 2026 wird drei zentrale Trends verzeichnen, die schon im Jahr 2025 geschehen sind. Einer dieser Trends ist, dass sich die Welt zunehmend von Frieden und Stabilität entfernt. Ein wesentlicher Faktor, der diesen Trend verstärkt, ist der Rückgang der Rolle der USA bei der Unterstützung von Friedensinitiativen, vor allem über die Vereinten Nationen.“
Vor diesem Hintergrund sind Beobachter der Ansicht, dass der für das erste Quartal geplante China-Besuch von US-Präsident Donald Trump große Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des gesamten Jahres haben könnte. Dieser Besuch dürfte die neue Ausrichtung der Beziehungen zwischen den USA und China prägen. Demnach könnten beide Seiten ihre strategischen Differenzen vorübergehend zurückstellen, um die Beziehungen auf globaler Ebene zu koordinieren.